Wie können wir unsere Fledermausvielfalt in Deutschland bewahren? Das P-Seminar Fledermäuse berichtet:

Wenn man abends unterwegs ist, egal ob zum Club, von einem Freund zurück nach Hause oder aus einem anderen Grund, die kleinen schnellen Schatten, die sich schwarz von der Abenddämmerung abheben, sind wohl den meisten aufgefallen. Diese sind nichts anderes als Fledermäuse, die zwar überall zu finden sind, aber kaum bemerkt werden. Fledermäuse sind bei uns in Deutschland in vielen Parkanlagen und Wäldern, aber auch in Hinterhöfen, in Altbauten, Kirchtürmen und auf Sportplätzen beheimatet. Aufgrund der Verstädterung in weiten Teilen Deutschlands sind allerdings viele Arten gefährdet. Den Fledermäusen fehlt es oft an natürlichem Lebenshabitat. Der Mensch ist schuld am Rückgang der Fledermäuse, insbesondere an ihrer Artenvielfalt. Ihnen fehlt es an Nistplätzen und genug Nahrung, denn ihre bisherigen Wohnräume werden durch die Försterei und Sanierungsarbeiten an Häusern zunichte gemacht. Zudem kommt es durch den ansteigenden Gebrauch von Pestiziden und anderen Giften in der Landwirtschaft zu einem rapiden und besorgniserregenden Abfall der Insektenpopulation, der zu einem Nahrungsmangel führt. Doch was kann man dagegen tun? Wir vom P-Seminar Fledermäuse haben die Initiative ergriffen, um unsere kleinen pelzigen Freunde tatkräftig zu unterstützen. Wir haben den Landesbund für Vogelschutz (LBV) bei ihren Fledermauszählungen im Englischen Garten unter die Arme gegriffen und durch eine Spendenkampagne Gelder im dreistelligen Bereich eingebracht. Außerdem haben wir im Zuge unseres Projektes mehrere Fledermauskästen gebaut, die mit einem Teil des eingenommenen Geldes finanziert wurden, und diese an geeigneten Orten in München stationiert. Doch was kann der interessierte Laie für unsere verbliebenen Fledermäuse tun? Der LBV hat dafür eigens ein großes Spektrum an möglichen Hilfsmaßnahmen, die sich von käuflich erwerbbaren Bausätzen für Fledermauskästen bis hin zu einem Spendenkonto erstrecken. Für nur Neugierige gibt es verschiedene Aktivitätsmöglichkeiten, wie zum Beispiel eine Nachtwanderung oder Live-Fledermausaufnahmen. Wir hoffen, dass Ihnen und euch die kleinen pelzigen Nützlinge ebenfalls am Herzen liegen.

 

Die Wasserfledermaus

 Eine Wasserfledermaus bei der Jagd

Eine Wasserfledermaus bei der Jagd

Wahrscheinlich haben Sie schon einmal eine Fledermaus gesehen, bloß wissen Sie es gar nicht. Denn die Wasserfledermaus ist eine heimische Art, die in München vor allem im Englischen Garten vorkommt, und wenn man weiß, wo die kleinen Tiere sind, dann lassen sie sich wunderbar beobachten. Ihren Namen hat die Wasserfledermaus aufgrund ihres Jagdgebiets, denn sie jagt am liebsten über stehendem und fließendem Gewässer. Ihr Sommerquartier sucht sie sich nahe von Gewässern, vorzugsweise in Baumhöhlen. Beim Winterquartier ist den Tieren eine hohe Luftfeuchtigkeit von annähernd 100% in den bevorzugt unterirdischen Hohlräumen wichtig. Die mittelgroßen bis kleinen Fledermäuse haben zwar relativ kurze Ohren, aber auffallend große und borstenbehaarte Füße. Bei einem Gewicht zwischen 7 und 15g beträgt ihre Rumpf-Kopf-Länge um die 45 bis 55mm und ihre Spannweite 240 bis 275mm. Zur Beobachtung von Fledermäusen braucht man also nur eine laue Sommernacht, eine Taschenlampe und den Englische Garten – und schon kann man diese einzigartigen Tiere auf Insektenjagd erforschen.

 

Der große Abendsegler

 Abendsegler auf einem Baum bei der Jagd

Abendsegler auf einem Baum bei der Jagd

Der große Abendsegler gehört zu den großen Fledermausarten und erreicht eine Körperlange von 69 bis 82 mm, ein Gewicht von 19 bis 49g und eine Spannweite von 360 bis 380 mm. Der Abendsegler verbringt seine Zeit im Sommer wie im Winter meistens in alten Spechthöhlen. Kurz nach Sonnenuntergang kommt der Abendsegler für die Insektenjagd heraus und ist somit bereits in der Dämmerung gut zu erkennen. Im Gegensatz zu anderen Fledermausarten ist er aufgrund seiner typischen Jagdweise, die bei 50 Metern über dem Boden stattfindet, besonders gut zu beobachten. Er fliegt nämlich sehr schnell, geradlinig und unterbrochen von rasanten Sturzflügen. Bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h gibt der große Abendsegler auch sehr starke Laute von sich. Oft kommt er über Gewässern, am Waldrand oder über den Baumwipfeln einzeln stehender Bäume vor. Der Abendsegler legt sehr weite Strecken von bis zu 1.500 km zurück um die Fortpflanzungsgebiete zu wechseln. In München ist der Abendsegler eine der am häufigsten vorkommende Fledermausarten, obwohl in der Stadt die Quartiere der Fledermäuse stark bedroht werden. Deswegen setzt sich der Arbeitskreis Fledermäuse des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) für Fledermäuse ein und nimmt verletzte oder geschwächte Tiere zur Pflege und zur Überwinterung auf, um sie später wieder auszuwildern.

Quellen:
https://www.spike05.de/was-unterscheidet-fledermaeuse-von-flughunden/
http://www.kindernetz.de/oli/tierlexikon/grosser-abendsegler/-/id=74994/nid=74994/did=82076/4fnxcd/index.html

http://www.naturfoto.cz/netopyr-rezavy-fotografie-16172.html

 

Flughunde vs. Fledermäuse

 Ein Flughund kopfüberhängend im Tropischen Regenwald

Ein Flughund kopfüberhängend im Tropischen Regenwald

Flughunde gehören zu den Fleder- und Flattertieren und leben in den subtropischen und tropischen Gebieten Asiens, Afrikas und Australiens. Sie bilden die einzige Familie der Unterordnung Megachiroptera und stehen somit der Fledermaus gegenüber. Wie der Name schon verrät, haben die Flughunde einen hundeähnlichen Kopf und große schwarze Knopfaugen, mit denen sie wie bei den Fledermäusen eine ausgezeichnete Sicht in Höhlen haben, und somit ihre Beute im Dunkeln gut fangen können (Abbildung 1). Obwohl der Gehörsinn der dämmerungs- und nachtaktiven Flughunde wesentlich geringer ausgeprägt ist als der bei den Fledermäusen, besitzen sie einen exzellenten Geruchsinn, der ihnen bei der Aufspürung der Nahrung sehr behilflich ist. Denn die Flughunde orientieren sich nicht wie die Fledermäuse durch Echoortung, sondern nur durch ihre Augen und durch den Geruchssinn. Die Flughunde befinden sich meistens in Ruinen, Felsgängen oder Höhlen. In Regenwäldern hängen sie meistens schlafend von hohen Bäumen, können sich aber auch in sehr warmen Regionen in Höhlen befinden, die bis zu 1600 Meter in die Tiefe reichen. Genau wie bei den Fledermäusen, gibt es auch bei den Flughunden viele verschiedene Arten (200). Dabei entscheiden sie sich stark in der Körpergröße. Die kleinsten ihrer Art erreichen zum Beispiel eine Flügelspannweite bis zu fast 25 Zentimetern, wobei die von den größten Flughunden fast eineinhalb Meter ist. Auch das Gewicht kann je nach Art von wenigen Gramm bis zu einem Kilo variieren. Sie sind für den Menschen nicht gefährlich, da sie Pflanzenfresser sind und sich meistens von Früchten und Blütennektar ernähren. Die Paarung der Flughunde findet kopfüber hängend statt und nach der Geburt kümmert sich das Weibchen mehrere Monate lang um das Jungtier. Meistens schließen sie sich großen Gruppen mit vielen anderen Weibchen zusammen und ziehen ihre Kinder gemeinsam groß. Die Flughunde haben eine hohe Lebenserwartung und können bis zu 30 Jahre alt werden.

Quellen:
https://spike05.de/was-unterscheidet-fledermaeuse-von-flughunden/
https://www.wildtierhilfe-wien.at/eine-besonderheit-die-fledermaus/
http://www.geo.de/geolino/tierlexikon/2142-rtkl-tierlexikon-flughunde

 Hier finden Sie Fledermäuse im Englischen Garten

Hier finden Sie Fledermäuse im Englischen Garten

Für die Fledermausfreunde da draußen:

Acht verschiedene Arten von Fledermäusen kann man in München regelmäßig antreffen. Darunter sind zum einen die Wasserfledermaus und der große Abendsegler.
 

Euer P-Seminar Fledermäuse

Informationen und Fakten wurden von der offiziellen Seite des LBV (Landesbund für Vogelschutz) übernommen.

https://www.lbv-muenchen.de/lbv-aktiv/arbeitskreise/fledermaeuse.html