Evangelische und Katholische Religionslehre am OvMG

Das Jenseits ist die Kraft des Diesseits. (E. Troeltsch)

Junge Menschen haben große Fragen:

Woher kommt die Welt?
Woher kommen wir?
Warum gibt es eine Welt und warum gibt es uns?
Warum gibt es überhaupt etwas und nicht nichts?
Wie soll ich leben, damit mein Leben gelingt?

Es macht das Menschsein aus, solche Überlegungen anzustellen. Natürlich spielen diese Fragen auch in anderen Fächern eine Rolle, im Religionsunterricht beider Konfessionen stehen Sie im Mittelpunkt.

Wir katholische und evangelische Religionslehrerinnen und Religionslehrer

  • begleiten die Kinder und Jugendlichen dabei, sich zu einer eigenständigen Persönlichkeit zu entwickeln und sich in einer immer unübersichtlicheren Welt zurechtzufinden,
  • machen vertraut mit den christlichen Grundlagen abendländischer Tradition, vertiefen so das historische Bewusstsein und tragen zur Identitätsbildung bei,
  • sensibilisieren für die Ehrfurcht vor dem Leben und vor der Würde des Menschen als Ebenbild Gottes und befähigen die Schülerinnen und Schüler, in sozialen und ethischen Fragen einen begründeten Standpunkt zu beziehen und argumentativ zu vertreten,
  • bieten Anknüpfungspunkte zum Gespräch mit anderen Fächern, wie Wirklichkeit wahrgenommen und Erkenntnisse gewonnen werden können, und ermutigen so, sich am gesellschaftlichen Diskurs zu beteiligen und Verantwortung zu übernehmen,
  • fördern den respektvollen Dialog mit anderen Religionen und Kulturen und wollen auf diese Weise zu einem friedlichen Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft beitragen,
  • schulen die Wahrnehmung und die ästhetische Bildung, indem wir zu eigenem Gestalten und zur Beschäftigung mit Werken der Literatur, der bildenden Kunst der Musik anregen.
 
 
Katharina Spengler

Katharina Spengler

 

Der Religionsunterricht ist das einzige Schulfach, das im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert ist. In Art. 7 (3) heißt es hierzu: „Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen [...] ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt.“ Es war den Vätern des Grundgesetzes gerade nach den furchtbaren Erfahrungen während Naziherrschaft und Krieg klar, dass ein religiös und weltanschaulich neutraler Staat einer Sinn- und Wertorientierung von außerhalb seiner selbst bedarf. Insofern versteht sich der konfessionelle Religionsunterricht als Beitrag zum allgemeinen Bildungsauftrag der Schule. Die Benotung in diesem Fach bezieht sich selbstverständlich nicht auf persönliche Glaubensüberzeugungen, sondern auf die vermittelten Bildungsinhalte. Das Konfessionelle des Religionsunterrichts interpretieren wir am Oskar als freundliches ökumenisches Miteinander, in dem die traditionsbedingten Identitäten ernst genommen werden und gleichzeitig das Verbindende in den Vordergrund gestellt wird. Über den Unterricht hinaus gibt es deshalb weitere gemeinsame Aktivitäten:

  • In ökumenischen Schulgottesdiensten, die jeweils von einer der Religionslehrkräfte federführend vorbereitet werden, bieten wir den Raum, durch Innehalten und Verweilen Spuren Gottes in der Wirklichkeit zu entdecken, durch gemeinsames Beten, Singen, Zuhören und Nachdenken die Tiefe des Lebens zu erfahren.
  • Seit 1990 laden wir Schüler der 9.Klassen zu Besinnungstagen ins Schulpastorale Zentrum Fürstenried ein. Hier haben sie die Gelegenheit, sich einmal außerhalb des Schulbetriebs zu begegnen und mit Lebensfragen auseinanderzusetzen. Themen und Fragestellungen können und sollen von den Schülern mitbestimmt werden. Geleitet werden diese Tage von fachkundigen Referentinnen und Referenten, sie richten sich bewusst an die ganze Klasse unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit.

Schließlich werden am Oskar evangelische Theologinnen und Theologen zwei Jahre lang zu Religions-Lehrpersonen ausgebildet. Das bringt für die Klassen durch den häufigen Lehrerwechsel zwar eine gewisse Unruhe, gleichzeitig wird über didaktische und methodische Fragen dafür umso intensiver nachgedacht.

 
Katharina Spengler

Katharina Spengler