VIVA  LA  LINGUA  ITALIANA

Seit dem Jahr 2003 darf sich das Oskar-von-Miller -Gymnasium zu den bayerischen Gymnasien zählen, welche das Italienische als drittes Wahlpflichtfach ab der 8. Jahrgangsstufe anbieten. Das bedeutet, dass das Fach in den Klassenstufen 8, 9, und 10 mit jeweils 5 Wochenstunden und in der Qualifikationsphase (Klassenstufen 11 und 12) mit jeweils 4 Wochenstunden unterrichtet wird. Das Italienische kann damit auch als schriftliches oder mündliches Abiturfach gewählt werden.
Eine wichtige Ergänzung des schulischen Sprachunterrichts stellt das Austauschprogramm dar, welches das Oskar-von-Miller-Gymnasium jährlich für die 10. Jahrgangsstufen anbietet. Unsere Partnerschulen sind seit 11 Jahren das Istituto  Scientifico Galileo Galilei in Trento und seit 4 Jahren das Istituto Magistrale Statale Isabella Gonzaga in Chieti, in den Abruzzen. Exkursionen  (z.B. Fahrt nach Verona einer 9.Klasse im Schuljahr 2014/15) und Studienfahrten (Golf von Sorrent, Rom, Palermo) runden das Programm ab. Eine weitere Ergänzung bilden neben Konversationskursen schließlich die Vorbereitungskurse für die außerschulische Sprachprüfung CILS auf den unterschiedlichen Niveaustufen des europäischen Referenzrahmens,  die jedes Jahr in Zusammenarbeit mit dem italienischen Konsulat abgelegt werden kann – ein Zertifikat für den internationalen Markt.

Welche Argumente sprechen nun für die Wahl des Italienischen als dritte Fremdsprache?

Italien und das Italienische haben einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Kultur geleistet. Das liegt schon daran, dass Italien als Zentrum der römisch-lateinischen Kultur die Wiege der romanischen Sprachen bildet und seitdem bei der Wahrung des antiken Erbes eine besondere Rolle gespielt hat. Da Latein am Oskar-von-Miller-Gymnasium die erste Fremdsprache bildet, liegt es besonders nahe, durch das Erlernen des Italienischen einen weiteren Akzent auf diese kulturelle Tradition zu setzen. Doch erschöpft sich der Beitrag Italiens zur modernen europäischen Kultur bei weitem nicht im Antike-Bezug. Seit der Renaissance hat Italien die europäische Kultur entscheidend  geprägt. In Architektur und Malerei ist die Renaissance eine glanzvolle Epoche (Palladio, Leonardo da  Vinci, Michelangelo, Tiziano), nicht nur die ältere Literatur (Dante, Petrarca, Boccaccio), sondern auch moderne Autoren und Filmemacher (Eco/ Fellini) haben Interessantes zu bieten. Herausragend ist auch der italienische Beitrag zur Musikentwicklung, wie schon die Verbreitung von italienischen Begrifflichkeiten erkennen lässt (Adagio, Andante, Allegro,Belcanto), und – aufgrund des melodischen Charakters der Sprache – insbesondere zur Ausbildung der Oper (Donizetti, Verdi, Puccini).  

Neben dem kulturellen und sprachlichen Reiz des Italienischen ist aber auch seine hochgradige praktische Bedeutung – nicht zuletzt im Hinblick auf sich ergebende Berufschancen – hervorzuheben.  Italien ist der größte Handels- und Wirtschaftspartner des Freistaates Bayern und der zweitgrößte der Bundesrepublik Deutschland. Italienischkenntnisse sind daher in Wort und Schrift in zahlreichen Unternehmen und auf dem Arbeitsmarkt nicht nur sehr gefragt, sondern an vielen Arbeitsplätzen unabdingbare Voraussetzung. Italienische Firmen sind mit ihren Produkten international äußerst erfolgreich und haben weltweit ihre Niederlassungen, man denke beispielsweise an die Industriegiganten Ferrero (Hanuta, Kinder, Nutella…), an die großen Modemarken Armani, Gucci, Prada, Geox, oder an die Autofirmen Ferrari, Maserati, Lamborghini – um nur einige Beispiele zu erwähnen. Neben den wirtschaftlichen Verflechtungen sind auch die in den letzten Jahrzehnten – insbesondere im Rahmen der Europäischen Union – immer enger werdenden politischen Verbindungen zu erwähnen. Gerade in der heutigen politischen Konstellation einer drohenden politischen Entfremdung zwischen nord- bzw. mitteleuropäischen und südeuropäischen Mitgliedsländern ist die Pflege der bilateralen deutsch-italienischen Beziehungen ein wichtiges Anliegen, wofür Bayern aufgrund der geographischen Lage besonders prädisponiert ist. Auch hier bieten sich berufliche Möglichkeiten, sowohl im Rahmen der europäischen Institutionen, als auch im Bereich bilateraler Projekte, darüber hinaus natürlich im Rahmen der medialen Berichterstattung.

Aufgrund der gerade erläuterten Gründe haben die deutsch-italienischen Beziehungen eine lange Geschichte. Seit jeher hat die italienische Kultur eine besondere Faszination auf die Deutschen ausgeübt. Von den Bildungsreisen der Renaissancekünstler über Goethes „Italienische Reise“ bis hin zu den Millionen von deutschen Urlaubern der letzten Jahrzehnte ist Italien ein deutscher Sehnsuchtsort  geblieben, wo man nicht nur das unbeschwerte südliche Leben genießen, sondern auch Kunst  und Kultur erleben möchte. Die im Unterricht erworbenen Kenntnisse im Bereich von Sprache und Landeskunde dienen einem besseren Verständnis des jeweils anderen.  Aber die Austauschbeziehungen sind auch in umgekehrter Richtung verlaufen. In Deutschland leben ca. 600 000 Italiener. Die ersten Gastarbeiter der frühen 50er Jahre  haben ihren Lebensstil „mitgebracht“ und prägen unser heutiges Leben entscheidend.  Pasta, Pizza, Cappuccino, Gelato  sind für uns ein selbstverständlicher Teil des Lebens geworden und verbinden uns tagtäglich mit diesem Land und seiner Kultur und Sprache.

Einen kleinen Vorgeschmack – oder auch Erinnerung – der Reize Italiens und des Italienischen bietet die SERATA ITALIANA, zu der das Oskar-von-Miller-Gymnasium  jedes Jahr im Frühling einlädt und die von den Fachlehrkräften für die 7.Klassen organisiert wird. Im Rahmen dieses geselligen Zusammenseins  präsentieren Schüler aus diversen Italienischklassen die Vielfältigkeit des Italienischunterrichts am Oskar-von-Miller- Gymnasium. Das unterhaltsame Programm, das  musikalisch und köstlich kulinarisch umrahmt wird, bietet die Möglichkeit, sich weiter über die Gründe, die für die Wahl des Italienischen sprechen, auszutauschen.

Warum nicht Italienisch lernen?  -  In München, Italiens nördlichster Stadt und – gemäß einer launigen Einschätzung unseres Schulleiters, der gerne unser Oskar als nördlichstes Gymnasium Italiens bezeichnet -  liegen wir damit voll im Trend!